Welche Linux-Distribution wählen? Ein Leitfaden für Einsteiger

Entschieden, Linux auszuprobieren, und schon die erste Überraschung: Es gibt nicht „das eine" Linux, sondern Hunderte verschiedener Versionen.

Einfach 3 Min. Lesezeit Veröffentlicht am 2026 Von Equipo SolucionaPC

Die Entscheidung steht, Linux auszuprobieren, und schon kommt die erste Überraschung: Es gibt nicht „das eine" Linux, sondern Hunderte verschiedener Versionen, sogenannte Distributionen (oder „Distros"). Die gute Nachricht: Für den Einstieg reicht es, nur 4 davon zu kennen. Der Rest kann warten, bis schon Erfahrung vorhanden ist — falls er überhaupt interessiert.

Einfach erklärt

Alle Distributionen teilen dieselbe Basis (den Linux-Kernel, den Kern, der das System im Inneren zum Laufen bringt). Was sich zwischen ihnen unterscheidet, ist alles, was darauf aufgebaut wird: wie der Bildschirm aussieht, welche Programme ab Werk installiert sind, und wie neue Programme installiert werden. Ein bisschen so, als würden mehrere Autohersteller denselben Motortyp verwenden, ihn aber jeweils in eine andere Karosserie mit anderem Armaturenbrett einbauen.

Das Wort LTS taucht bei mehreren Distributionen auf — es bedeutet „Langzeitunterstützung": Diese bestimmte Version erhält mehrere Jahre lang Sicherheitsupdates, statt nur wenige Monate. Für den ersten Einstieg ist die LTS-Version immer die entspannteste Wahl.

Die 4, die für den Einstieg wirklich zählen

DistributionFür wenStärke
Linux MintKommt von WindowsAm ähnlichsten zu Bekanntem
UbuntuJeder EinsteigerAm besten dokumentiert — fast jede Frage ist schon irgendwo beantwortet
DebianMaximale Stabilität gewünschtDie Basis, auf der Ubuntu und Mint aufbauen, noch schlichter
FedoraNeueste Software gewünschtBekommt Neuerungen vor den anderen

Tipp: Wer nicht weiter nachdenken will, wählt Linux Mint. Der Desktop funktioniert sehr ähnlich wie Windows (Startmenü unten links, Taskleiste unten, Systemsymbole unten rechts) und bringt bereits alles Nötige mit — Mediaplayer, Video-Codecs, Office-Paket — ohne am ersten Tag noch etwas suchen zu müssen. Es ist die am häufigsten genannte Empfehlung für den Umstieg von Windows, und das ist kein Zufall.

Und die anderen aus anderen Vergleichen?

Es gibt Listen mit 10 oder sogar 13 verschiedenen Distributionen (Arch, Kali, Manjaro, Pop!_OS, elementary OS...). Jede hat ihr Publikum, aber fast keine ist für den ersten Kontakt mit Linux gedacht — manche, wie Arch, erfordern von der ersten Minute der Installation an den Umgang mit Befehlen. Dort anzufangen lehrt nicht schneller, sondern frustriert nur früher. Mit Mint, Ubuntu, Debian oder Fedora sind 95% der echten Einsteigerfälle abgedeckt — der Rest kann warten, bis schon Routine vorhanden ist.

Wie man in der Praxis entscheidet

  • Alter Computer oder wenig RAM: Linux Mint XFCE (dieselbe Distribution, mit einem leichteren Desktop) oder Debian.
  • Möglichst viele Tutorials und Hilfe verfügbar: Ubuntu.
  • Schon klar, dass programmiert oder sehr aktuelle Tools genutzt werden sollen: Fedora.
  • Unentschlossen zwischen allen genannten: Linux Mint. Die sichere Standardwahl.

Nach der Entscheidung folgt die Installation. Es gibt vollständige Anleitungen zum Installieren von Ubuntu Schritt für Schritt und zum Installieren von Linux Mint Schritt für Schritt. Soll Windows ebenfalls erhalten bleiben, lohnt sich zuerst die Lektüre zu Linux neben Windows im Dual-Boot installieren.

Ein späterer Distributionswechsel ist keine Sackgasse

Wird eine gewählt und später eine andere bevorzugt, ist ein Wechsel möglich, ohne die gesammelte Erfahrung zu verlieren — was bei einer gelernt wird, gilt fast genauso bei den anderen. Es muss nicht gleich beim ersten Mal die richtige sein.

Häufig gestellte Fragen

Sind Ubuntu und Linux Mint dasselbe?

Nicht ganz, auch wenn sie verwandt sind: Linux Mint baut auf Ubuntu auf, übernimmt dessen Basis und ändert Desktop und mitgelieferte Software, um sich von Anfang an mehr wie Windows anzufühlen.

Kann ich später die Distribution wechseln, ohne alles neu zu installieren?

Der Wechsel von einer Distribution zu einer anderen erfordert normalerweise eine Neuinstallation, da es sich nicht um gegenseitige Upgrades handelt. Was nicht verloren geht, ist die Erfahrung: Das Wissen und die Art, sich im System zu bewegen, gelten fast identisch für jede später gewählte Distribution.

Eignen sich alle Distributionen für dasselbe?

Für die tägliche Grundnutzung (Surfen, Büroarbeit, Videos) funktioniert jede der 4 in diesem Artikel gleich gut. Die Unterschiede werden wichtiger, je spezifischer die Nutzung wird: Programmierung, Server oder sehr alte Hardware.

Muss man Befehle beherrschen, um eine dieser 4 zu wählen?

Nein. Mint, Ubuntu, Debian und Fedora (in ihrer Desktop-Version) lassen sich komplett mit der Maus bedienen, genau wie Windows. Befehle sind eine Option für alle, die sie nutzen möchten, keine Voraussetzung.

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