Was ist Ransomware — und wie schützen Sie Ihre Dateien davor?
Ransomware verschlüsselt Ihre Dateien und verlangt Geld für die Freigabe — doch wenige Gewohnheiten, allen voran getrennte Backups, senken das Risiko auf nahezu null.
Ransomware gehört zu den schädlichsten Arten von Cyberangriffen überhaupt: Sie nimmt Ihre Dateien in Geiselhaft und verlangt Geld, um sie "freizugeben". Die gute Nachricht: Wenige einfache Maßnahmen senken das Risiko auf nahezu null.
Die einfache Erklärung
Ransomware ist ein Schadprogramm, das alle Dateien Ihres Rechners verschlüsselt (mit einem Schlüssel sperrt, den Sie nicht besitzen) und anschließend eine Zahlung fordert — meist in Kryptowährung —, um Ihnen den Zugriff angeblich zurückzugeben. Sie gelangt üblicherweise über E-Mails mit schädlichen Anhängen oder über Programme von unseriösen Download-Seiten auf den Rechner.
Wichtig zu wissen: Die Zahlung des Lösegelds garantiert NICHT, dass Sie Ihre Dateien zurückbekommen — und sie finanziert die Täter für weitere Angriffe. Sicherheitsexperten raten, niemals zu zahlen.
So beugen Sie vor: die Maßnahmen, die wirklich wirken
1. Backups anlegen — und nicht dauerhaft verbunden lassen
Das ist der wirksamste Schutz überhaupt. Liegen Ihre Dateien zusätzlich auf einer getrennten externen Festplatte oder in der Cloud, ist ein Ransomware-Angriff keine Katastrophe mehr: Sie stellen Ihre Dateien einfach wieder her und machen weiter.
2. Misstrauen Sie unerwarteten E-Mail-Anhängen
Besonders .zip- und .exe-Dateien oder
Office-Dokumente, die zum "Aktivieren von Makros" auffordern und die
Sie nicht erwartet haben — selbst wenn sie scheinbar von jemand
Bekanntem stammen.
3. Halten Sie Windows und Ihre Programme aktuell
Viele Ransomware-Angriffe nutzen Sicherheitslücken aus, die längst bekannt und in neueren Softwareversionen behoben sind.
4. Nutzen Sie einen Virenschutz mit aktiviertem Echtzeitschutz
Windows Defender bringt bereits den "Überwachten Ordnerzugriff" mit — eine Funktion speziell gegen Ransomware: Aktivieren Sie sie unter Windows-Sicherheit → Viren- und Bedrohungsschutz → Ransomware-Schutz-Einstellungen.
Tipp: Wenden Sie die 3-2-1-Backup-Regel an: mindestens 3 Kopien Ihrer Dateien, auf 2 verschiedenen Speicherarten, davon 1 außer Haus (zum Beispiel in der Cloud).
Warnung: Wenn Sie bereits Opfer eines Angriffs sind, schalten Sie den Rechner nicht sofort aus und zahlen Sie kein Lösegeld — trennen Sie ihn vom Netzwerk (Kabel oder WLAN), damit sich die Infektion nicht auf andere Geräte ausbreitet, und holen Sie professionelle Hilfe.
Häufige Fehler
Sich allein auf den Virenschutz zu verlassen, ohne Backups zu haben, ist der teuerste Fehler. Kein Virenschutz erkennt 100 % der neuen Bedrohungen; nur Backups garantieren, dass Sie Ihre Dateien in jedem Fall zurückbekommen.
Häufig gestellte Fragen
Soll ich zahlen, wenn Lösegeld für meine Dateien verlangt wird?
Sicherheitsexperten raten, niemals zu zahlen: Es gibt keine Garantie, die Dateien zurückzubekommen, und die Zahlung finanziert künftige Angriffe. Der beste Schutz sind Backups — dann hängen Sie von dieser Entscheidung gar nicht erst ab.
Betrifft Ransomware auch Dateien in der Cloud?
Sie kann synchronisierte Ordner (etwa OneDrive oder Google Drive) treffen, wenn die Verschlüsselung geschieht, bevor Sie den Angriff bemerken — die Änderungen werden ja synchronisiert. Deshalb sollte es zusätzlich eine Kopie geben, die nicht ständig automatisch synchronisiert wird.
Können auch Smartphones Ransomware bekommen?
Ja, wenn auch seltener als Computer. Meist gelangt sie über Apps auf das Gerät, die außerhalb der offiziellen Stores (Google Play oder App Store) installiert wurden.